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Nele und Vincent

Die Begleitung dieser Hochzeit war etwas ganz besonderes für mich. Ich kenne Vincent nun schon seit etwa 10 Jahren. Ich finde es immer wieder besonders aufregend und ergreifend, wenn man als Fotografin jemanden, den man nun so lange kennt an diesem besonderen Tag begleiten darf.

Wenn ich an Nele und Vincent denke, denke ich vor allem erstmal an eins: Spaß. Humor. Die beiden sind so herrlich witzig und unkompliziert, dass man sie einfach mögen muss! Zu meiner allerersten Hochzeit vor etwa 7 Jahren in Tübingen bin ich mit Vincent, Tom und Kerstin gefahren. Tom und Kerstin saßen damals vorn, Vincent und ich auf der Rückbank. Ich erinnere mich noch genau, dass er mich die ganze Zeit wie ein kleines Kind geärgert hat – und ich niftelte natürlich zurück. Auf dieser durchaus amüsanten Autofahrt entstand dann schnell mein neuer Spitzname: Kürbiskopf. Wieso weiß ich bis heute nicht (wir fuhren an einem Kürbisfeld vorbei, das ist die für mich einzige offensichtliche Parallele). Die Fahrt war so witzig und ich möchte gar nicht wissen, wie es Tom und Kerstin damals ergangen sein muss. Sie beiden vorne, wir beiden hinten, wie nörgelnde Kinder. Fehlte nur ein „Sind wir schon daaaa?“ oder „Ich muss maaaal!“.

So, jetzt aber genug Flashback. Da sind wir also, 7 Jahre später und Vincent heiratet selber. Eine Frau, die meiner Meinung nach nicht besser zu ihm passen könnte. Die beiden haben sich einfach gefunden.

Wir trafen uns gegen Mittag an einer meiner Lieblingslocations zum sogenannten „First Look“. Vincent und Tom, der auch heute an seiner Seite als Trauzeuge war, kamen relativ pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt und wir begannen mit Detail-Bildern und Bräutigams-Fotos. Der soll am Hochzeitstag schließlich auch nicht zu kurz kommen! Obwohl vier Tage zuvor noch Gewitter angesagt war, hatten wir blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. Ein Graus für so manchen Fotografen. Um den First Look vor fiesen Schatten und zugekniffenen Augen zu verschonen, suchten wir uns ein halbwegs schattiges Plätzchen, denn die Sonne stand wirklich verdammt hoch um diese Uhrzeit.

Als Nele mich dann anrief und sagte, sie sei in wenigen Minuten da, positionierte ich Vincent so, dass er sie auf keinen Fall sehen konnte und gab ihm ein paar Minuten Zeit für sich (und die Ameisen). Ich begrüßte Nele und erklärte ihr, wie wir weiter vorgehen würden und ließ auch ein wenig durchblicken, wie sehr Vincent sich schon auf sie freute. Wir gingen also gemeinsam rüber zu ihm, ich begann zu fotografieren und gab irgendwann das Kommando: „Du darfst dich jetzt umdrehen und deine Braut begrüßen.“. Danach griff ich nicht mehr ein und ließ einfach nur den Moment passieren. Und schöner hätte seine Reaktion nicht sein können. Man spürte einfach, wie sehr die beiden sich freuten, heute ihre Liebe zu feiern.

Gleich vor Ort fuhren wir dann mit dem Shooting fort und hatten wirklich jede Menge Spaß! Als wir fertig waren, fuhr ich mit Nele und ihrer Trauzeugin noch kurz ins Hotel, damit ich noch ein paar Details fotografieren und Nele sich frisch machen konnte. Und plötzlich war die Zeit gekommen, aufzubrechen. Es wurde ernst.

Von der Trauung sind mir so viele wunderbare Dinge in Erinnerung geblieben, aber vor allem eines: Das Döner-Date. Tom, der auch die Traupredigt hielt, erzählte uns, dass die beiden jeden Monat an ihrem Jubiläums-Tag ein Döner-Date haben. Leute, ich feier euch dafür!

Nach der Trauung und reichlich Kaffee und Kuchen später, brachen wir dann zur Feier-Location auf. Ich fuhr vor dem Brautpaar los und hatte entspannt Zeit, die Deko zu fotografieren. Und was soll ich sagen – die beiden müssen Wochen damit zugebracht haben, diese Deko zu machen! Sie haben vier mit Fäden bespannte Nagel-Schilder angefertigt und mindestens 50 Dosen besprüht. Die Windlichter waren liebevoll mit kupferfarbenem Tape dekoriert und griffen das Thema blau und Kupfer wunderbar auf.

Liebe Nele, lieber Vincent, danke für euer Vertrauen und dass ich Teil dieses ganz besonderen Tages sein durfte. Ihr seid wunderbar witzige und liebe Menschen und ich wünsche euch für eure Zukunft alles Liebe und noch viele, viele weitere Döner-Dates!


Kira